Das Hospiz in Baphumelele

Mit 19,1% im Jahr 2023 liegt die HIV-Rate unter den 15-49 Jährigen Menschen in Südafrika so hoch wie in kaum einem anderen Land. Fast jeder 5. Mensch in dieser Altersgruppe ist infiziert, obwohl sich die Therapiemöglichkeiten in den letzten Jahren deutlich verbessert haben. Fehlender Zugang zu Medikamenten und Kondomen sowie die gesellschaftliche Ächtung der Betroffenen führen jedoch dazu, dass die AIDS-Raten und die Todesfälle nach wie vor sehr hoch sind.

Im Hospiz des Projektes Baphumelele kümmert man sich um die AIDS-Erkrankten, denn tatsächlich sind 90% der Patienten nur dort, weil sie sich aufgrund der gesellschaftlichen Zwänge nicht in eine regelmäßige und dauerhafte ärztliche Behandlung begeben wollen. Vor allem alten Menschen sterben tatsächlich lieber, als sich gegenüber der Familie oder Freunden zu offenbaren und die Krankheit einzugestehen. Gäbe es diese Zwänge nicht, so könnte man den Menschen mit antiviralen Mittel helfen und sie müssen nicht an AIDS sterben.

Im Hospiz werden sie medizinisch und mit Mahlzeiten versorgt und vom dortigen Personal liebevoll betreut. Bei schwerwiegenden Erkrankungen bleibt den Ärzten und Schwestern vor Ort jedoch nichts Anderes übrig, als die Patienten in eines der umliegenden Krankenhäuser zu überstellen. Hierfür gibt es extra einen Rettungswagen, in dem die Fahrten durchgeführt werden. Hoffen wir also, dass die gesellschaftliche Ächtung irgendwann nachlässt oder ganz verschwindet. Bis es irgendwann einmal so weit ist, ist das Hospiz bei Mama Rosie aber unentbehrlich und bedarf unserer Unterstützung.