Seit 2012 kümmert sich Themba Labantu um diese Kinder. Das Projekt „verlorene Kinder“ wurde ins Leben gerufen und die Lebensgeschichten der Kinder zeigen, dass dieser Name nicht übertrieben ist.

Nachforschungen haben ergeben, dass den Kindern die notwendigen Dokumente (Geburtsurkunde) für die Einschulung fehlen. Deshalb weigern sich die Schulen in den Townships, die Kinder aufzunehmen. In vielen Fällen kümmern sich die Eltern überhaupt nicht um eine Einschulung.

Die Kinder leben in erbärmlichen Unterkünften. Wenn sie noch Eltern haben, sind diese oft hilflos, mittellos und häufig Analphabeten. Die erdrückende Armut führt gehäuft zu häuslicher Gewalt, Drogenkonsum, Alkoholismus und Missbrauch. Ohne Schulbildung haben diese Kinder keinerlei Perspektive aus dem Elendsviertel jemals herauszukommen, geschweige denn langfristig in ein Bildungssystem eingebunden zu werden.

Themba Labantu holt diese Kinder von der Straße, übernimmt die Beschaffung aller notwendigen Dokumente für den Schulbesuch und bietet ihnen eine spezielle, umfassende Vorschul-Ausbildung und kümmert sich um ihre Einschulung. Die Kinder kommen schon am Morgen in das Zentrum und so haben wir diese Gruppe  „Morningclass“ genannt.

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Ziel bei allen Projekten in Themba Labantu. So werden die Kinder der Morning-Class auch nach der Einschulung im Aftercare-Programm des Zentrums weiter betreut. Sie kommen mittags in das Zentrum, erhalten eine warme Mahlzeit, werden bei den Hausaufgaben betreut oder erhalten falls nötig Nachhilfe-Unterricht. Danach können sie am  Nachmittagsprogramm im Center (Sport, Theater, Musik und Tanz) teilnehmen.

Bei einer Evaluation der fünf Jahre seitdem das Projekt besteht, wurde festgestellt, dass ca. 80 % der Kinder, auch weiterhin die Schulen besuchen.
Welche Änderung im Leben der Kinder durch dieses Projekt möglich ist, zeigt am besten und sehr berührend die Geschichte von Anele, eine unserer Erfolgsstories, die eine der Betreuerinnen geschrieben hat. (siehe nächster Beitrag)

Wir können jährlich bis zu 12 Kinder aufnehmen, der Bedarf wäre wesentlich höher.